29 April 2009

das rennen, ...









Mein 19. IRONMAN... war für ein Rennen! Dieser Ironman war bis jetzt der härte, denn ich gemacht habe ...
Von ca. 320 Teilnehmern haben gerade mal 217 das Ziel erreicht. Wahnsinn oder Leichtsinn. Ich weiss es nicht und hinterfrage es auch lieber nicht. Ich wäre gerne aufgestiegen, da ich meinem Körper diese Belastung unter diesen Bedingungen nicht antun wollte und noch länger Sport machen möchte... aber ich habe gefinsiht und darauf bin ich stolz.

Jetzt aber zum Rennen:
Ich hatte einen guten Schwimmstart und konnte mich in der ersten Gruppe einreihen. Beim ersten Teilstück kam die Strömung von der Seite. Was noch gut zu schwimmen war. Die erste Eckboje erwischt ich mit voller wucht am Kopf, diese Boje war aus harten Kunststoff, meine Brille verrutschte und der Kopf brummte. Mist, dachte ich. Schnell Brille richten und die Gruppe wieder erwischen. Zum Glück kam auf diesem Teilstück die Strömung von hintern. Aber leider wurde die Abstand nicht geringer, also bin ich mein eigener Tempo geschwommen. Aber irgendwie fühlte ich mich kraftlos und müde. Vielleicht war es doch keine gute Idee mit Neo zu schwimmen, da die Wassertemperatur auf 26 Grad anstieg. Das letzte Teilstück ging voll gegen die Strömung und ich hatte das Gefühl, dass ich gar nicht von der Stelle komme... und es dauerte somit ewig bis ich endlich die Boje am Ausstieg erreicht. Dann hiess es raus aus dem Wasser und 200m laufen mit Neo. Ich habe mich fürs gehen entschieden und meine Badekappe weg geschmissen, damit etwas Wärme den Körper verlassen kann und dann ging es in die zweite Runde. Irgendwie bin ich diese Runde kraftlos durchgeschwommen... Im Wasser herrschte ein durcheinander von Athleten, die versucht haben diese Schwimmenstrecke zu überleben. Nach 44:53 Minuten hatte ich als 3.AK und Gesamt 8.Platz wieder festen Boden unter den Füssen. Den Neo habe ich gleich am Schwimmausstieg ausgezogen. Ich habe bekocht im Neo... Mit einem Puls von 180 Schlägen ging es in Richtung Wechselzelt. Dort schnell die Radsachen angelegt und ab auf die Radstrecke. Trinken, trinken, trinken und versuchen den Puls runter zubekommen... Die erste halbe Stunde habe ich es versucht und radelte mit 30 km/h durch die Gegend, aber der Puls ging und ging nicht runter. Egal, riskierte es ... somit bin ich die Radstrecke mit einem Puls von 160 durchgeradelt. Die Beine fühlte sich okay an, aber Puls macht mich nervös. Hinzu kam, dass ich trinken konnte und nichts passierte. Das Durstgefühl stellte sich nicht ein... ich habe über 10 Liter auf dem Rad getrunken und der Urin war Blutrot, was mich noch nervöser machte. Somit habe ich beschlossen die Radstrecke entspannt zu ende zu radeln und danach auszusteigen, weil es mir zu riskant war weiter zu machen und ich keinen Herzkasper machen wollte. Nach 5:14 Stunden erreichte ich die Wechselzone, ging ins Wechselzelt und überlegte: AUSSTEIGEN ?? Aussteigen tut am nicht und ausserdem fliege ich nicht nach China um auszusteigen, also raus auf die Strecke.
Mein Puls stieg auf 165 Schläge/Minute bei einer Geschwindigkeit von 5 Minuten pro Kilometer. Nicht gut und nicht schnell bei dem Puls... also Geschwindigkeit rausnehmen und gehen. Somit bin ich ab 3km gegangen, gewartet bis der Puls runter ging und wieder angefangen zulaufen. Mit diesem Rhythmus schaffte ich keine Meters. Egal, nicht mehr auf den Puls geachtet und von Aid Station zu Aid Station gelaufen. Was sich als schwerer erwies, als gedacht. Die Station waren laut Veranstalter 1,8 Kilometer auseinander, aber in Wirklichkeit waren es teilweise über 2 Kilometer und dass bei Temperaturen um 45 Grad im Schatten, denn wir leider nie auf der Strecke hatte. Somit bin ich teilweise mit einer 1,5 Liter Wasserflasche gelaufen/gewalkt. Die Flasche war leider nach 5Minuten schon so warm, dass man sie nicht mehr gebrauchten konnte. Ausserdem waren nicht alle Getränke kalt und Eiswürfel gab es auch nicht. Bei warmen Getränken spielt mein Magen nicht mit, das Resultat -> Durchfall. Super, dass auch noch. Also laufen/walken/Gebüsch. Nach 28km habe ich meinen Leidensgenossen gefunden, Patrice aus Frankreich. Wir haben uns gegenseitig geputscht zum laufen und mal wieder gehen. Nach 10:54 Stunden und dem Gesamtplatz 31 habe ich endlich diese „blöde“ Finishlinie gesehen und überquert. Wahrsinn oder Leichtsinn .... mit dieser Zeit hätte ich nicht gedacht noch soweit vorne zulanden.

Fazit: Vielleicht sollte der Veranstalter auf die Radstrecke richtige Flaschen stellen, die in den Flaschenhalter passen und nicht Wasserflaschen mit normalen Drehverschluss. PowerBar Gel gab es nur an zwei Station pro Runde, in der zweiten Runde nur noch an einer Station!
Alle 1,8 Kilometer Aid Station auf der Laufstrecke ist schon hart, wenn der Abstand wirklich stimmte. Ausserdem hatten nicht allen Aid Station PowerBar Gel, keine Eiswürfel und teilweise warme Getränke. Kilometerschilder wären auch gut gewesen oder einfach die Kilometer auf die Strasse spüren!! Es gab vielleicht gerade drei Kilometerschilder!
Wenn ich die Wahl hätte zwischen Malaysia oder China, dann Malaysia -> dort ist die Atmosphäre familiärer und man fühlt sich rundum versorgt!

Gratulation an die Hamburger Jungs (lasst uns HH ne Walking Gruppe aufmachen):
Kjell: 12:09 Stunden
Frank: 13:05 Stunden
Wolfram: 13:49 Stunden

... und eine riesen Gratulation an die Swisser Jungs:
Patrick: 2.Platz Gesamt
Mike: 3.Platz Gesamt
... wahnsinn!! Schönes Ding

Jungs, war schön mit euch diese Rennwoche zu erleben!
Gerne wieder, aber nicht in China.

IRONMAN Hawaii 2009, wäre schon geil gewesen. 10 Jahre nach meinem ersten Start dort. Aber die Pläne sehen anderes aus: IRONMAN Canada
Drei Rennen pro Jahr sind zu viel und vielleicht ist das 20. Rennen auch das erste über diese Distanz. ;-)

In diesem (Leicht/Wahn)Sinne,
Andre

2 Kommentare:

Unknown hat gesagt…

Alter, Hammer- Hammerhart !!!! Aber nochmals Glückwunsch und tiefen Respekt.
Ist das überhaupt ein Sonnenbrand auf deinem Rücken?!? Unglaublich ... ;-)

Bis bald in good old HH.

Gruß,
Marc

Martin hat gesagt…

Hi André,
schöner Bericht! Und ein schöner Rücken... bei Skins vertreiben sie Langarm-Trikots mit UV-Schutz... da kann man auch prima die Eisbrocken drunterschieben (ich hab' welche gefunden auf der Laufstrecke, man mußte nur ganz tief in den Eimern mit den Schwämmen wühlen :-).
Ach so, mein Puls war auch sehr hoch in der Hitze, ohne Infekt. Bin ca. 2-3 km/h langsamer gelaufen als normal bei 160 Puls.
Grüße aus Darmstadt,
Martin, Mitbewohner im BaoHua